|
1. Rücken und Wirbelsäule
2. Anatomie der Wirbelsäule
3. Überlastungsschäden und Verletzungsrisiko
4. Behandlung von Verletzungen der Wirbelsäule
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1. Rücken und Wirbelsäule
Der Rücken ist täglich großen Belastungen ausgesetzt. Gerade im Sport wird die Wirbelsäule manchmal kurzfristig extrem gefordert und muss mitunter Belastungen bis zu einer Tonne aushalten. Funktionsstörungen im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie Verschleißerscheinungen sind häufig die Folge von Fehl- und Überlastungen der Wirbelsäule, die sich in Schmerzen unterschiedlicher Intensität im Rücken bemerkbar machen. Rückenbeschwerden sind zugleich aber auch Ausdruck des Bewegungsmangels der modernen Zivilisation.
Die Wirbelsäule erfüllt verschiedene Funktionen:
- Stützfunktion zur Rumpfstabilisierung
- Bewegungsfunktion
- zur Erhaltung des körperlichen Gleichgewichts (Gehen, Laufen),
- zur Volumenveränderung im Brust- und Bauchraum (Atmung) und
- für Ausgleichsbewegungen
- Federfunktion zur Dämpfung von Stoßbelastungen
- Schutzfunktion für das Gehirn, das Rückenmark und das zentrale Nervensystem
|
|
|
|
|

|
2. Anatomie der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule weist eine physiologische Krümmung in Doppel-S-Form auf. Abweichungen gelten als Fehlhaltung. Von vorne gesehen bildet die Wirbelsäule einen mehr oder weniger geraden Stab. Starke seitliche Krümmungen werden als Skoliose bezeichnet und besitzen Krankheitswert.
Die Wirbelsäule besteht aus 33 bis 34 knöchernen Segmenten, den Wirbeln. Sie werden eingeteilt in:
7 Halswirbel 12 Brustwirbel 5 Lendenwirbel 5 Kreuzwirbel, die als einheitlicher Knochen zum Kreuzbein verschmolzen sind 4 - 5 Steißwirbel, die als einheitlicher Knochen zum Steißbein verschmolzen sind
Die Wirbel sind nach dem Prinzip Wirbelkörper, Wirbelbogen, Dorn- und Querfortsätze sowie kleineren Wirbelgelenken aufgebaut. Tragende Elemente sind die Wirbelkörper. Der Belastungsgrad der Wirbelkörper ist abhängig vom Mineralsalzgehalt. Mit zunehmendem Alter lässt die Knochenstabilität nach und damit auch die Belastbarkeit der Wirbelsäule.
Zwischen den ersten 24 Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben. Sie bestehen aus einem Gallertkern und einem Faserring. Der Gallertkern dient als Druckverteiler bei der Streckung und Beugung der Wirbelsäule. Durch den Faserkern erhalten die Wirbel untereinander eine stabile Verbindung. An den Wirbelkörper schließt sich der Wirbelbogen an. Dieser umgibt den Wirbelkanal, in dem sich das Rückenmark befindet. Vom Wirbelbogen gehen Querfortsatz und Dornfortsatz aus. Die zwei seitwärts gerichteten Querfortsätze haben im Brustbereich eine Stützfunktion für die Rippen und verschmelzen im Lendenbereich zu den Rippenfortsätzen.
Für die Rückenmuskulatur und die Bänder dient der nach hinten gerichtete Dornfortsatz als Ansatz. Der Dornfortsatz beeinflusst in starkem Maße die Bewegungsvariationen der Wirbelsäule.
Die paarig angeordneten Zwischenwirbelgelenke steuern maßgeblich die Beweglichkeit der Wirbelsäule, die von oben nach unten abnimmt. Beim Vorbeugen der Wirbelsäule wird die Bandscheibe im bauchwärts gelegenen Bereich zusammengedrückt, beim Zurückbeugen im hinteren Bereich. Untersuchungen haben ergeben, dass die Bandscheibenhöhe abhängig ist von Dauer und Intensität der Belastung. Besteht nach der Belastung ausreichend Zeit zur Regeneration, erreichen die Bandscheiben auch wieder ihre ursprüngliche Höhe und Belastungsfähigkeit.
|
|
|
|
|

|
3. Überlastungsschäden und Verletzungsrisiko
Im Leistungssport kommt es vorwiegend durch die hohen Belastungen zu Überlastungen der Wirbelsäule, im Breitensport eher durch falsche Technik, mangelnde Vor- und Nachbereitung und einem falschen Trainingsaufbau.
Technikfehler vermeiden Mangelnde Rudertechnik, falsche Hebetechnik beim Gewichtheben, zu starke Verdrehung beim Diskus-, Hammer- oder Speerwerfen können zu Überlastungsschäden führen. Richtige Hebetechnik und die Verwendung eines Hebergurtes beim Gewichtheben verhindern solche Schäden. Wichtig ist zusätzlich eine gut ausgebildete rumpfstabilisierende Muskulatur. Dazu gehört besonders das Trainieren der Bauchmuskeln. Dehnungsübungen, die die Wirbelsäule schädigen vermeiden! Hierzu zählen Klappmesserstellungen und Hürdensitzstretching mit vehementem Vorwippen des Oberkörpers. Auch das Kopfkreisen kann bei schneller Ausführung Bandapparat und Zwischenwirbelgelenke der Halswirbelsäule schädigen. Muskelverkürzungen wie sie bei Kraftsportlern und Leichtathleten vorkommen können, begünstigen ebenfalls Überlastungsschäden. Aus diesem Grund die Muskeln regelmäßig dehnen und entspannen. Bei technisch sauber ausgeführten Bewegungen sind Wirbelsäulenschäden und Überlastungen selten. Die richtige Technik sollte von erfahrenen Trainern erlernt werden. Auf niedrigem Leistungsniveau und im Breitensport vermitteln jedoch häufig „Laientrainer“ die Trainingsinhalte. Auch der sportliche Autodidakt, der die richtige Technik nicht beherrscht, ist in größerem Maße gefährdet.
Fehlhaltungen korrigieren Ein Haltungsschaden ist die beste Voraussetzung für die Entwicklung einer Überlastung der Wirbelsäule. Bei einer stark abweichenden Krümmung der Wirbelsäule, können Tape-Verbände für Stabilität und Entlastung sorgen. Tapes unterstützen die richtige Technik beim Werfen, Schlagen und Stemmen von Gewichten.
Hexenschuss und Ischias Ein Hexenschuss kann nach einer anstrengenden oder plötzlichen Bewegung auftreten und verursacht einen akut einschießenden Schmerz im Rücken, der nahezu bewegungsunfähig macht. Die Beschwerden können aber auch erst Stunden nach einer Belastung auftreten und werden dann häufig durch Zugluft ausgelöst. Ein mehr oder weniger akuter Schmerz mit Ausstrahlung in die Rückseite des Beins wird als „Ischias“ bezeichnet.
Bandscheibenvorfall Strahlt der Schmerz vom Rücken über das Bein bis hinunter zum Fuß in der Weise, dass der Betroffene die „Schmerzbahn“ deutlich spürt, so liegt meist ein Bandscheibenschaden vor. Beim Husten und Pressen wird der Schmerz gewöhnlich stärker.
|
|
|
|
|
4. Behandlung von Verletzungen des Rücken oder der Wirbelsäule
In den meisten Fällen genügen zum Abklingen der Rückenbeschwerden einige Tage Ruhe und Schonung. Die beste Schonhaltung ist das Liegen auf dem Rücken mit hochgelagerten Unterschenkeln. Die Beine z. B. auf einen Stuhl legen und so beugen, dass Hüfte und Kniegelenk in möglichst senkrechter Position zueinander sind.
Schmerzen im Lendenbereich verlangen nach Wärme. Ein heißes Bad unter Zusatz von durchblutungsfördernden Mitteln helfen. Anschließend einen feuchten Wickel vorbereiten. Auch „Feuerpackungen“ tun gut: Wärmflasche oder Heizkissen auf ein großes Badetuch legen, darüber eine Plastikfolie und schließlich ein mit heißem Wasser getränktes nicht zu nasses Frotteetuch ausbreiten. Der Patient legt sich mit dem Rücken auf diese Packung und zieht das Badetuch über dem Bauch zusammen, so dass die Packung dem Körper gut anliegt. 20 bis 30 Minuten bei leicht angewinkelten Beinen einwirken lassen. Die schmerzende Stelle kann auch mit wärmeerzeugenden Salben eingerieben oder mit einer Infrarot-Lampe bestrahlt werden. Nach der Wärmetherapie den Rücken dehnen, lockern und warme Kleidung anziehen.
Sind die Beschwerden nach einigen Tagen nicht abgeklungen, einen Arzt aufsuchen!
zurück
|
|
Haftungsausschluss:
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Most Active Health Care GmbH lediglich eine Behandlungsempfehlung ausspricht. Diese basiert auf den Erfahrungen der anwendenden Ärzte und Physiotherapeuten mit diesen Produkten. Eine Haftung wird ausdrücklich ausgeschlossen. Im Einzelfall empfehlen wir Ihren Arzt oder Physiotherapeuten zu konsultieren.
|
|