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1. Anatomie des Schultergelenks

2. Verletzungen des Schultergelenks

3. Behandlungen von Verletzungen der Schulter




1. Anatomie des Schultergelenks


Die Schulter unterteilt sich in mehrere funktionelle Untereinheiten, die in ihrem Zusammenwirken den großen Bewegungsradius des Armes ermöglichen.

Das Skapulohumeralgelenk ist das Gelenk zwischen Schulterblatt (Skapula) und Oberarmknochen (Humerus). Es zeichnet sich dadurch aus, dass der Humeruskopf nur zu knapp einem Drittel von der Pfanne umgeben wird und dadurch einen großen Bewegungsspielraum hat. Das Gelenk wird durch Muskeln stabilisiert.

Als Akromioklavikulargelenk wird das Schlüsselbein-Schulterblatt-Gelenk bezeichnet. Das Akromion ist der höchste und gut tastbare Teil der Schulter und ist ein Ausläufer des Schlüsselbeins. Das Akromioklavikulargelenk ist ein Kugelgelenk und lässt nur sehr eingeschränkte Bewegungen des Schulterblatts (Skapula) gegenüber dem Rumpf zu. Vor allem Bänder hemmen den Bewegungsspielraum des Gelenks. Durch die muskuläre Steuerung wird eine Bewegungserweiterung erreicht.

Das Sternoklavikulargelenk ist die einzige knöcherne Verbindung von der Schulter zum Rumpf. Das Kugelgelenk befindet sich zwischen Brustbein (Sternum) und Schlüsselbein (Clavicula) und läßt Bewegungen in 3 Richtungen zu. Bänder begrenzen die Vor- und Rückwärtsbewegung des Schlüsselbeins.

Am Rücken wird der Arm ausschließlich von Muskeln gehalten. Das Schulterblatt hängt in einer Muskelschlinge und ist verschiebbar und ermöglicht so den großen Bewegungsspielraum, der den Arm auszeichnet.

 

 

 

 




2. Verletzungen des Schultergelenks


Das Schultergelenk weist aufgrund seiner speziellen konstruktiven Merkmale zwar ein großes Bewegungsausmaß auf, ist aber deshalb auch für Überlastungsschäden im Sport anfällig.

Alle Bewegungsmuster mit kraftvollem Armanheben und gleichzeitiger Rotationsbewegung des Arms belasten das Schultergelenk und bergen das Risiko für Muskelverletzungen an Schulter und Oberarm. Bei Wurfsportarten wie Handball, Volleyball, American Football, Eishockey, Speerwerfen und Kugelstoßen sowie bei Rückschlagspielen wie Tennis, Squash, aber auch Golf wird die Schulter beansprucht. Schwimmen, Judo und Ringen sowie Kraftsportarten wie Bodybuilding und Gewichtheben stellen ebenfalls ein Risiko für Schulterverletzungen dar.


 

Chronische Überlastung der Schulter (Impigement-Syndrom)

 

Als Impigement-Syndrom wird die Funktionsbeeinträchtigung des Schultergelenks durch chronische Überlastung bei Tennis- und Golfspielern, Schwimmern und Werfern bezeichnet. Die Überlastung mit entzündlicher Reaktion kann an dem Schleimbeutel zwischen Akromion und Schultergelenkkapsel auftreten (Schleimbeutelentzündung) oder manifestiert sich an der Sehnenplatte der Rotatorenmanschette, vorwiegend der Supraspinatus-Sehne.

Schmerzen treten beim Heben und Senken des Armes auf sowie evtl. im Ruhestadium, beim Liegen auf der betroffenen Schulter (Druckschmerz). Zur Behandlung der überlasteten Schulter sollte eine Belastungspause eingelegt, die Schulter jedoch nicht absolut ruhig gestellt werden.

 

Dehnung der vorgespannten Muskulatur (Insertionstendinosen)


Durch abruptes Nach-Außen-Drehen des Armes oder Abduktionsbewegungen (Nach-Hinten-Reissen des Armes) kann es zur plötzlichen Dehnung der vorgespannten Muskulatur kommen. Betroffen sind die Ansatzstellen der Muskeln bzw. der dazugehörigen Muskelsehnen am Knochen der Rotatorenmanschette und des Muskulus pectoralis major (großer Brustmuskel vom Schlüsselbein, der vom Brustbein und von der Bauchfaszie zum Oberarm zieht) vorwiegend am Tuberculum majus (größerer Höcker hinten, seitlich am Oberarmknochen, an dem mehrere Muskeln ansetzen) und an der Crista tub. majoris (knöcherne Leiste unterhalb des Tuberculum majus).

Kunstturner, Handballspieler, Torhüter und Tennisspieler sind sehr häufig von dieser Verletzungsart betroffen. Dem Schulter-Band-Apparat muss Ruhe und ausreichend Zeit für den Heilungsprozess gewährt werden. Allerdings darf die Ruhigstellung nicht über ein notwendiges Maß hinausgehen, da sonst eine Einsteifung des gegen Immobilisation anfälligen Schultergelenks droht. Am besten geeignet sind Verbände, die für die nötige Fixierung der Schulter sorgen und ausreichenden Bewegungsspielraum für Ellbogen, Finger und Handgelenk ermöglichen.

 

Sehnenerkrankung der langen Bizeps-Sehne (Tendopathie)

 

Bei Drehbewegungen, insbesondere bei Außenrotation des hochgehaltenen Armes, z. B. Fecht-, Wurf- oder Kraulbewegungen, hat die gespannte Sehne die Tendenz, von ihrem Verlauf über den Oberarmkopf nach innen abzuweichen. Durch die Verlagerung der langen Bizepssehne entsteht eine mechanische Irritation, die zur schmerzhaften, entzündlichen Reaktion der Sehne und des umgebenden Gleitgewebes führt. Technisch unsauber ausgeübte Bewegungsabläufe in den Sportarten Fechten, Volleyball und Kraulschwimmen sowie in Kraft- und Wurfsportarten begünstigen die Entzündung der Bizeps-Sehne. Auch bei dieser Verletzung ist eine Sportpause nötig sowie die Fixierung des Skapulohumeralgelenks.

 

Akromioklavikulargelenk-Insuffizienz

 

Die Schwächung der Bänder am Akromioklavikulargelenk sowie der Bänder am Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) sind im Sport fast ausschließlich auf chronische Mikrotraumatisierung des Kapselbandapparats zurückzuführen. Die Akromioklavikulargelenk-Insuffizienz findet sich häufig bei Kampfsportarten, die mit wiederholten Stürzen auf Schulter, Ellenbogen oder ausgestreckten Arm verbunden sind, wie Ringen, Judo oder Handball. Symptome sind Schmerzen bei der Abduktion des Armes und teilweise auch Ruheschmerzen (Druckschmerzen). Die Schwächung der Bänder am Rabenschnabelfortsatz entsteht durch die Einwirkung großer Hebel auf die Kapselbandmanschette des Humeruskapulargelenkes, wie man sie vor allem bei Sportarten wie Ringen, Judo und Stabhochsprung findet. Der Betroffene hat Schmerzen während und nach dem Sport und ein Instabillitätsgefühl in der Schulter. Bei beiden Insuffizienzen steht die krankengymnastische Kräftigung der gesamten Schultergürtelmuskulatur im Vordergrund.

Die Korakoiditis, eine entzündliche Reaktion im Bereich des Processus coracoideus (Rabenschnabelfortsatz) findet sich häufig als Mitreaktion bei gestörter Schulterfunktion in Form einer Dehnung der vorgespannten Muskulatur (Insertionstendinosen).

 



3. Behandlungen von Verletzungen des Schultergelenks


Verletzungen der Schulter sind meist mit starken Schmerzen verbunden. Wichtig ist, eine sportliche Belastungspause einzuhalten bis keine Schmerzen mehr bestehen. Gleichzeitig mit krankengymnastischen Übungen beginnen. Eine absolute Ruhigstellung der Schulter ist nicht ratsam, weil sonst die Gefahr einer Einsteifung ("frozen shoulder") besteht mit langfristigen Einbußen der Gelenkfunktion.

Unterstützend wirken Tape-Verbände, die das verletzte Gelenk stabilisieren und schonen und dabei eine minimal eingeschränkte Bewegungsfreiheit garantieren.

Im akuten Stadium: lokale Kälteanwendung  mit  ELASTUS® -HydroCool, most active® -myogel oder
ELASTUS® -Kalt-/Warmkompresse. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Gels oder Salben ergänzen die Behandlung.

Im chronischen Stadium: Wärmebehandlung mit ELASTUS® -Kalt-/Warmkompresse, heißen Umschlägen, Wärmflasche oder Heizkissen.

Um später Verletzungen der Schulter zu vermeiden, empfehlen Sportmediziner die Stärkung der Schultermuskulatur durch gezieltes Aufbautraining. Hilfreich ist auch eine Trainingsumstellung, wenn technische Fehler im Ausüben der Sportart zu der Verletzung geführt haben.

Haftungsausschluss:

 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Most Active Health Care GmbH lediglich eine Behandlungsempfehlung ausspricht. Diese basiert auf den Erfahrungen der anwendenden Ärzte und Physiotherapeuten mit diesen Produkten. Eine Haftung wird ausdrücklich ausgeschlossen. Im Einzelfall empfehlen wir Ihren Arzt oder Physiotherapeuten zu konsultieren.