1. Muskeln

2. Muskeln des Menschen

2.1 Bauchmuskulatur

2.2 Brustmuskulatur

2.3 Rückenmuskulatur

2.4 Armmuskulatur

2.5 Beinmuskulatur

3. Typische Muskelverletzungen

4. Behandlungen von Muskelverletzungen


 

1. Muskeln


Die ca. 650 Muskeln im menschlichen Körper machen fast die Hälfte des Körpergewichtes aus. Durch eiweisreiche Nahrung sowie regelmäßiges Training werden Muskeln aufgebaut. Keine oder wenig Bewegung/Belastung verursachen das Gegenteil, die Muskelmasse nimmt ab. Durch Sehnen mit welchen der Muskel mit dem Knochen verbunden ist, wird die Kraft auf den Knochen übertragen. Die Steuerung der Muskeln erfolgt durch Nerven. Man unterscheidet drei Arten von Muskeln: die willkürliche, quergestreifte Muskulatur, die unwillkürliche, glatte Muskulatur und den Herzmuskel als eine Mischform zwischen diesen beiden Arten.

 

 

2. Muskeln des Menschen


2.1 Bauchmuskulatur

 

Die Bauchmuskulatur unterscheidet sich in gerade und schräge Bauchmuskeln. Der gerade Bauchmuskel ist für die Beugung und Aufrichtung des Oberkörpers verantwortlich. Drehbewegungen des Oberkörpers werden durch die schrägen Bauchmuskeln gesteuert.  Neben einer guten Rückenmuskulatur ist auch eine gut ausgebildete Bauchmuskulatur für eine gute Haltung wichtig.

 

Die 4 großen Bauchmuskeln


1 Gerader Bauchmuskel (M. rectus abdominis)
2 Äußerer schräger Bauchmuskel (M. obliquus externus abdominis)
3 Innerer schräger Bauchmuskel (M. obliquus internus abdominis)
4 Querverlaufender Bauchmuskel (M. transversus abdominis)



 

 

 

2.2 Brustmuskulatur

Die Brustmuskulatur besteht aus 2 Muskeln:

M. pectoralis major (großer Brustmuskel)
und dem darunter liegenden M. pectoralis minor (kleiner Brustmuskel).

a) große Brustmuskeln

Der große Brustmuskel (M. pectoralis major) ist verantwortlich für das heranziehen der Arme an den Körper.

b) kleine Brustmuskeln

Der kleine Brustmuskel (M. pectoralis minor) zieht das Schulterblatt nach vorn und unten und unterstützt bei abgestützten Armen die Atmung als Atemhilfsmuskel.

 

 

2.3 Rückenmuskulatur


Die lange Rückenmuskulatur (M. errector spinae) , welche unter dem Latissiums-Muskel liegt, ist für die Streckung der Wirbelsäule verantwortlich. Aufgrund von Verspannungen der Muskulatur entstehen oft im Bereich der Wirbelsäule Rückenschmerzen. Vorbeugend  wirkt ein gut ausgebildeter Rückenstreckmuskel und eine gesunde Mobilität in diesem Bereich.

Für Klimmzüge und um ein Gewicht an den Körper heranziehen zu können, werden der Latissimus-Muskel und der große Rundmuskel (M. teres major) benötigt.

 

Oberflächliche Rückenmuskeln


1 Trapezmuskel (M. trapezius)

2 M. teres major

3 Musculus infraspinatus

4 Latissimus-Muskel (M. latissimus dorsi)

 

 

 

 

 

 

 

 

2.4 Armmuskulatur


Als alleiniger Strecker des Oberarms wirkt der Trizeps, während für die Beugung die anderen drei Muskeln zuständig sind.

 

Ober-Armmuskeln


1 Der Trizeps-Muskel ist der dreiköpfige Armmuskel (Musculus trizeps brachii) und kann kraftvoll strecken.


2
Der Musculus anconeus ist ein Unterstützer der Ellenbogenstreckung.

 

 

 

 

 

 

3 Der Bizeps-Muskel (Musculus bizeps brachii) ist für die Beugung im Ellenbogengelenk mitverantwortlich und dreht den Unterarm zusätlich leicht einwärts.


4 Der Brachialismuskel (Musculus brachialis) ist ein starker Beuger des Ellenbogens.

 

 

 

 

Oberflächliche Unter-Armmuskeln

 

Streckmuskulatur


1 Der Musculus brachioradialis ist ein Beuger des Ellenbogengelenks, zusätzlich kann er den Unterarm nach innen und außen drehen

2 Langer speichenseitiger Strecker des Handgelenkes (M. extensor carpi radialis longus)

3 Kurzer Strecker des Handgelenkes (Musculus extensor carpi radialis brevis)

4 Fingerstrecker-Muskel (Musculus extensor digitorum)

5 lange Daumenabspreizer Muskel (Musculus abduktor pollicis longus)

6 Kleiner Daumenstrecker (M. extensor pollicis brevis)

 

Beugemuskulatur


7 Speichenseitiger Handgelenksbeuger (Musculus flexor carpi radialis)

8 ellenseitige Handgelenksbeuger (M. flexor carpi ulnaris)

 

 

2.5 Beinmuskulatur

 

Die Muskeln im Bereich des Gesäßes, des Oberschenkels und des Unterschenkels zählen zu der Beinmuskulatur. Die Bänder werden durch eine gut ausgebildete Beinmuskulatur entlastet, was den Erhalt der Bewegungsmöglichkeiten sicher stellt.

 

Oberschenkelstreckmuskeln

1 Der Musculus Sartorius kann den Oberschenkel nach außen drehen, das Knie beugen und den Oberschenkel abspreizen.

2 Der vierköpfige Oberschenkelmuskel (Musculus quadrizeps femoris) ist der kräftigste Muskel am Oberschenkel:

a) Musculus vastus lateralis (äußerer vastus)

b) M. vastus medialis (innerer vastus)

c) M. vastus intermedius (mittlerer), liegt unter dem geraden Oberschenkelmuskel

d) Musculus rectus femoris (gerader Oberschenkelmuskel)

Diese 4 Muskeln strecken kraftvoll das Kniegelenk, zusätzlich beugt der M. rectus femoris auch in der Hüfte.

 

Oberschenkelbeugemuskeln

7 Der zweiköpfige Oberschenkelmuskel (M. Bizeps femoris)  beugt das Knie und kann im Hüftgelenk strecken.

8 Der Musculus semitendinosus beugt das Knie und streckt in der Hüfte.

9 Der Musculus semimembranosus streckt in der Hüfte und beugt das Knie.

 

 

 

 

 


Vordere Unterschenkelmuskeln

 

1 Der vordere Schienbeinmuskel (M. tibialis anterior) hebt den Fuß und kann diesen nach außen drehen.

2 Der lange Zehenstrecker (Musculus extensor digitorum longus) streckt die Zehen (außer Großzehe) und den Fuß.

3 Der lange Großzehenstrecker (Musculus extensor hallucis longus), wie der Name schon sagt, streckt die Großzehe.

 

Hintere Unterschenkelmuskulatur

4-5 gehören zu der oberflächlichen Gruppe der Unterschenkelmuskeln.

4 Der Gastrocnemius Muskel beugt kraftvoll den Fuß und kann diesen nach innen drehen.

5 Der Musculus soleus zieht den Fuß nach unten und dreht den Fuß nach außen

 

Seitliche Unterschenkelmuskulatur


6 Der Langer Wadenbeinmuskel (M. fibularis longus) dreht den Fuß kraftvoll nach außen und ist ein Vorfußsenker.

 

 

 

 

 

 

3. Typische Muskelverletzungen


Muskelverletzungen können entweder durch äußere Einwirkung oder durch Überschreitung der muskulären Dehnbarkeit auftreten.

Die Bandbreite der Muskelverletzungen reicht vom Muskelkrampf über den Muskelkater bis hin zum vollständigen Muskelriss. Hierbei wird immer der Muskel überdehnt, weshalb sie auch unter dem Oberbegriff Muskeldehnungsverletzungen zusammengefasst werden.

Sie entstehen entweder durch eine Überlastung ungenügend trainierter Muskulatur oder durch unkoordinierte Bewegung sowohl zwischen den einzelnen Muskeln (intermuskuläre Koordination) als auch der Muskelfasern innerhalb eines Muskels untereinander (intramuskuläre Koordination) zugrunde.

Die Muskelverletzung durch indirekte Gewalteinwirkung ist wesentlich häufiger als direkte Verletzungen im Sinne von Prellungen bei Stoß oder Schlag. Viele Muskelverletzungen ereignen sich bei schnellen Antritten, bei Aufschlagbewegungen, beim Absprung etc.

 

 

Muskelverhärtung

 

Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine anhaltende Verspannung der Muskulatur. Ursache für diese Verspannung ist meist eine Überbelastung beim Sport, daneben können seltener auch Nerveneinklemmungen und Arthrosen auf Dauer eine Muskelverhärtung verursachen.

Die Muskelverhärtung entsteht dadurch, dass die anhaltend angespannten Muskelfasern die Kapillaren innerhalb der Muskulatur zusammendrücken. Dies führt zu einer Einschränkung der Durchblutung, die wiederum zu einer anhaltenden Entzündung führen kann. Um weitere Verletzungen zu vermeiden, spannt sich die Muskulatur automatisch an, so dass eine sich selbstverstärkende Wirkung von Anspannung, verminderter Durchblutung und Entzündung entsteht.

Die verbreitetste Maßnahme, um eine Muskelverhärtung zu behandeln, ist eine Massage, daneben fördert auch die Anwendung von most active® -myogel die lokale Durchblutung und reduziert die Verspannung. Bei schweren Symptomen werden zur Behandlung auch Entzündungshemmer und zentrale Muskelrelaxantien eingesetzt.

Durchschnittlich dauert eine Muskelverhärtung bis zur Regeneration 4 Tage. Jedoch kann es gut sein, dass die Verletzung auch nach einer Woche noch besteht.

 

 

Muskelprellung


Sie entsteht bei Gewalteinwirkung von außen durch Tritt, Schlag oder Stoß. Dabei wird die Prellung mit und ohne Gewebsdefekt unterschieden. Die Prellung ohne Gewebsdefekt zeigt nur geringe Rötung, Schwellung und Schmerzen. Diese sind nur von kurzer Dauer und verschwinden nach wenigen Minuten wieder. Das Kennzeichen der Prellung mit Gewebsdefekt ist der Bluterguss (Hämatom, Blauer Fleck). Die Läsion kann vom einfachen Bindegewebsdefekt bis zum kompletten Muskelriss reichen.

 

 

Muskelfaserriss - Muskelriss


Diese beiden Verletzungsformen unterscheiden sich lediglich quantitativ, d. h. in der Anzahl der gerissenen Muskelfasern voneinander. Typisch für diese Verletzung ist der plötzlich einschießende Schmerz, der von dem Betroffenen als Peitschenhieb, Stockschlag oder Messerstich charakterisiert wird. Meistens ist im gerissenen Muskel an der Rissstelle eine Delle zu tasten, begleitet von einer Schwellung ober- und unterhalb des Muskelbauches.
Es kommt immer zu einer ausgeprägten Hämatombildung (Bluterguss).

Typische Verletzungsvorgänge finden sich im plötzlichen Anhalten bzw. Abbremsen, auch bei einer raschen Beschleunigung (beispielsweise beim Sprint oder Fußball) sowie bei Brems- und Beschleunigungskombinationen (beispielsweise bei Dreh- und Schlagbewegungen beim Baseball). Die Zerrung oder der Riss resultiert dann aus der kurzzeitig hohen Belastung der Muskelschnellkraft. Das bedeutet, durch die maximale Kontraktion ist der Muskel nicht mehr in der Lage die plötzlich auftretenden mechanischen Zugkräfte aufzufangen.

 

 

Muskelzerrung

 

Eine Muskelzerrung, auch Distension genannt, bezeichnet den Vorgang einer unphysiologisch ablaufenden Muskeldehnung. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss liegt kein Gewebeschaden vor. Bei Nichtbeachten der Beschwerden kann es jedoch zu einem Muskelfaserriss oder gar Muskelriss kommen.

 

4. Behandlungen von Muskelverletzungen


Bei einer Muskelverletzung kann eine richtige Erstversorgung die Heilung beschleunigen: Unter Umständen wird der Verlauf durch diese sofortige Therapie der Muskelverletzung um einiges verkürzt. Um die Erste-Hilfe-Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge durchzuführen, können Sie sich nach der sogenannten PECH-Regel richten:

  • P wie Pause: Um weitere Schäden zu vermeiden, sollte direkt nach dem Unfall beziehungsweise beim Auftreten der Symptome der Muskelverletzung die sportliche Betätigung eingestellt und die betroffene Extremität ruhig gestellt werden.
  • E wie Eis (Permanente Kühlung): Um zu verhindern, dass durch einen Bluterguss (Hämatom) eine Schwellung entsteht, sollte die betroffene Stelle sofort nach dem Unfall mit Hilfe einer Kühlbandage (ELASTUS® -HydroCool) gekühlt werden. Die Kühlung sorgt dafür, dass die verletzte Stelle weniger durchblutet wird. Außerdem sind die Schmerzen umso schwächer, je weniger die betroffene Stelle anschwillt.
  • C wie Compression: Zusätzlich zur Kühlung kann mit einem elastischen Verband (ELASTUS® -active) dosierter Druck auf die von der Muskelverletzung betroffene Stelle ausgeübt werden. So lässt sich verhindern, dass Blut in das Gewebe fließt und eine weitere Schwellung entsteht. Zudem wird der betroffene Muskel durch den unterstützenden Verband stabilisiert und geschont.
  • H wie Hochlagerung: Eine weitere Schwellung und Einblutung in das Gewebe kann auch unterbunden werden, indem die von der Muskelverletzung betroffene Extremität hochgelagert wird. Da auch das Kreislaufsystem den Gesetzen der Schwerkraft folgt, fließt durch eine möglichst hochgelagerte Extremität weniger Blut in die Weichteile der verletzten Region, dafür strömt das Blut umso leichter zurück.

Nach einer erfolgreichen Erstversorgung empfehlen Mediziner abschwellende Salbenverbände oder funktionelle Tape-Verbände (ELASTUS® -tape) an die betroffene Stelle anzulegen. Durch die Ruhigstellung der Muskulatur und durch Tape-Verbände sollen gerissene Muskelfasern soweit angenähert werden, dass sie selbstständig wieder zusammenwachsen können. Später kommen Maßnahmen der physikalischen Therapie wie Reizstrombehandlung und Lymphdrainagen hinzu. Zum schnelleren Abtransport von zerstörtem Gewebe (bspw. bei Hämatomen) können Enzyme eingenommen werden.

Achtung: Keine passive Dehnung und Massage bei Zerrung für 3 Wochen, Muskelfaserriss für 6 Wochen, Muskelriss für 8-12 Wochen.

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Haftungsausschluss:

 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Most Active Health Care GmbH lediglich eine Behandlungsempfehlung ausspricht. Diese basiert auf den Erfahrungen der anwendenden Ärzte und Physiotherapeuten mit diesen Produkten. Eine Haftung wird ausdrücklich ausgeschlossen. Im Einzelfall empfehlen wir Ihren Arzt oder Physiotherapeuten zu konsultieren.

 

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